Frontera 2,8 Tdi - Glühkerzenwechsel

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Güni
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Frontera 2,8 Tdi - Glühkerzenwechsel

Beitrag von Güni » Sonntag 11. Januar 2009, 16:25

Nun, mein Fronty lief einfach nicht mehr an, und ich hatte keine Lust, diese Misere weiter zu untersuchen, da ich eh wusste, das alles raus muss, weil sich mein Vorbesitzer nie so sehr gekümmert hat….wenn Glühkerzen ein gewisses Alter erreicht haben, kann man sie natürlich prüfen (lassen)… da aber bei mir schon eine getauscht wurde (vor meinem Kauf) und die anderen gleichen Alters sind, denk ich darüber nicht nach sondern alle raus, und gut…..Prüfwert einer Kerze habe ich leider nicht parat.

Kosten? Ca. 80-100€ max. für die Teile. Bosch-Kerzen wurden verbaut, ich hätte aber gern NGK gehabt, die sind aber nie lieferbar….wohl weil sie so gut sind.

Vorab möchte ich sagen, es dient weniger dem Profi, sondern dem Hobby-Schrauber, der gerne an seinem 2,8Tdi arbeiten möchte und ich habe versucht, dies für alle verständlich zu kommentieren, deshalb wird weitgehend auf Fachbegriffe verzichtet.

Solltet Ihr Fehler finden, dürft Ihr es natürlich gern korrigieren.

Beginnen wir damit:

Was wird dazu benötigt:
- ¼“ und 3/8“ Rätschenkasten sind sehr hilfreich (mit Gelenken,Verlängerungen usw.) ½“ halte ich hier für überdimensioniert, da Platzmangel
- lange ¼“ Nuß 12mm für die Glühkerze !wichtig! sonst geht nix
- verschiedene Beleuchtungen um in den Motorraum einzuleuchten
- evtl. wäre es gut, 2,3,4 Extramuttern M4 mit Rand und Rändelung wie die originalen zu besorgen, weil man manchmal den Zitterer hat…fällt sie runter, findet Ihr sie meistens (immer!) nie wieder -> Murphy’s Gesetz…was ned klappen könnte klappt ned. Zur Not tun’s im Verlustfall die der alten Kerze auch nochmal.
- Einen Stabmagnet (sieht aus wie eine ausziehbare Antenne mit Magnet vorne dran) manche haben auch Gelenke (den brauchte ich ca. 8x für alle Teile die ich fallen lies…).
- Wasserpumpenzange (für die großen Klemmschellen)
- lange Spitzzange
- Allgemeinwerkzeug sollte Standard sein.
- Evtl. Lötkolben bzw. Ösen-Quetschverbindung für I-Ǿ (min.4mm) und 0,75qmm (also „Rot“ reicht aus)
- KFZ-Elektro-Quetschzange
- Drehmomentschlüssel mit Reduzierung auf 1/4“ / 3/8“ und Weite von 0-50Nm.
- Wer was runterfallen lässt, muß den Unterfahrschutz demontieren können.
- Multimeter wäre auch ganz gut


So, los geht’s…:

- Batterie –(minus) Pol wird abgeklemmt ! (SW10mm)
- Es schaut mich so ein tolles 2,8Tdi-Zeichen an auf einem Druckgussteil (Ansaugbereich/-Rohr).
Abzuschrauben mit einer Nuss SW12 (2x). Schrauben raus und Gummidämpfer oben und unten dran lassen….die unteren Gummis nicht verlieren.
- Dann die Schelle am Ansaugstutzen abklemmen mit einer Wasserpumpenzange
- Dann 2 Unterdruckschläuche abziehen und schwups ist das Rohr abmontiert mit dem kleinen Gummi-Zwischenstück zum Ansaugstutzen (Zeit nun alles zu reinigen).
- Danach die Stahl-Schlauchschelle (SW12) abmontieren und die Schläuche alle evtl. sogar mit Kabelbindern auf die Seite binden. Wasserschläuche nicht vom Überlaufbehälter abklemmen….der liegt höher und dann spritzt es. Es ist für die Reparatur definitiv nicht notwendig, die Schläuche abzuklemmen, nur zu verlegen.
- Nun fangen wir mit dem ¼“-Schlüsselkasten an und nehmen die SW7 + Gelenk + lange Verlängerung und Rätsche und öffnen die 4 Muttern SW7 die für die Spannungsversorgung/-übertragung zuständig sind. Dann von Hand bis kurz vor Gewinde-Ende ausdrehen.
- Nun den Stabmagnet an die Mutter anlegen und leicht abziehen, dann den Rest mit dem Finger ausdrehen und schwups flutscht die Mutter an den Magnet, bevor sie fallen kann (in der engen Situation unglaublich brauchbar).
- Die Stromschiene wird komplett ausgebaut und die 4 Kontakte mit feinem Schmiergelleinen (z.B. Korngröße 320) leicht gereinigt (beide Seiten), bis sie wieder glänzen. Zum Ausbau muss die Stromschiene evtl. leicht gebogen werden, da kaum Platz vorhanden ist. Schwarze Isolierung aber bitte nicht beschädigen !
- Bei mir war eine total besch….eidene offene Klemme angebaut um die Kerzen an Kerze 4 über die Stromschiene mit Spannung zu versorgen….diese ist nur noch zur Hälfte vorhanden gewesen und ich habe eine Ösen-Quetschverbindung verwendet, die ich nach Quetschung noch verlötet habe (Schrumpfschlauch nicht vergessen). (Naja, ein Engländer eben)
- Nun kommt die lange SW12-Nuss zum Einsatz. (Hatte ich keine da, da musste ich eine SW10 auf SW12 schweißen) Das ganze mit Gelenk und ¼“-Nussenkasten(lange Verlängerung) usw. und alle 4 Glühkerzen sind erst mal lose. Ausdrehen und eindrehen der GK erfolgte bei mir immer eine nach der anderen, damit keine offenen Bohrungen vorhanden sind, in die Schmutz eintreten kann.
- Bei 2 Kerzen wird das ansetzen der langen 12er Nuss nicht möglich sein. Das Problem habe ich damit gelöst, das ich einen großen Schraubenzieher mit Gewebeband umwickelt habe und die Zuleitungen zur Einspritzdüse !VORSICHTIG! etwas gebogen habe. Die Verzinkung bitte nicht verletzen! Aus meinen Erfahrungen im hydraulischen Anlagenbau sehe ich die Biegearbeiten ganz locker, man sollte sie aber bitte nicht übertreiben. Die Verbindungsverschraubung zur Einspritzdüse habe ich nicht nachkontrolliert, da die Biegung doch nur minimal ist.
- Die 1. Kerze musste mit einer Spitzzange raus, die anderen gehen von Hand wunderbar.
- Alle neuen Kerzen kurz mit dem Multimeter durchgemessen und von Hand eingedreht? Anzugsdrehmoment 15Nm. Wer mehr nimmt freut sich, denn dann geht der Zyl.-Kopf bestimmt zum ausbohren, oder der Glühstift reißt evtl. sogar innen ab also lasst es.
- Wurde die Spannungsversorgung für OK befunden? Dann gut, ich habe meine neue Quetschverbindung nun auch eingelötet und mit Schrumpfschlauch überzogen,fertig.
- Danach kommt die Stromschiene zurück an ihren Platz, das ist fummelig, aber man schafft das. Der Stabmagnet leistete mir beim anpassen und einführen gute Dienste. Ich sag ja, der ist wichtiger denje. Schraubt die Schiene mit einer Schraube am Zyl.4 fest, nachdem sie RICHTIG eingeschoben wurde, also beim anschrauben etwas Druck Richtung Kühler ausüben, damit sie richtig sitzt (alle Sitze an den anderen Kerzen vorher prüfen).Vergesst die Spannungsversorgung vorher nicht…
- Das Anzugsdrehmoment der M4-Muttern liegt so ca. bei 2-2.5 Nm. Das schafft man mit einem Schraubenzieher beim eindrehen einer Schraube locker(zw.2u.10Nm). Wer’s nicht glaubt, die M4er-Mutter wird nicht fest, sondern der Gewindestift längt sich und dann platzt der Stift weg, mit Mutter. Die Mutter hat eine Art „Rändelung“, die verhindert, das sie wieder aufgeht. Wer Angst hat, nimmt keine ¼“-Rätsche sondern nur den Handgriff mit 4-Kant im Rätschenkasten. Ich weiß, fast kein Mechaniker hat einen Drehmomentschlüssel -5 Nm.
- Wer noch Zweifel hat könnte auf die 4 Kerzengewinde oben NACH dem anziehen einen Tropfen Loctite blau (270) auftragen. Die Mutter geht von allein nie mehr auf, aber mit mechanischen Mitteln absolut problemlos.
- Die korrekte Verbindung habe ich noch mit einem Multimeter gemessen, was aber durchaus nur doppelter Fleiß ist. Also, an der Spannungsversorgung kurz anlegen und auf alle Gewindestangen M4 der Kerzen tippen…..0,.Ω und gut isses. Muss jeder für sich selbst wissen ob er das machen möchte.
- Dann Batterie wieder anklemmen und dann habe ich die Spannung noch mal kurz gemessen. 10,5Volt kam raus beim Vorglühvorgang. Naja, es könnte etwas mehr sein, die Kerzen sind auf 11Volt ausgelegt aber die Batterie ist neu.
- Wer keine Spannung hat kann das Vorglührelais links neben dem Luftfilter genauer anschauen. Wenn man es minimal abzieht, kommt man mit dem Messtift des Multimeters bestimmt drunter. Die Relais gehen auch mal gerne „hopps“. Oftmals reicht es einfach ein neues einzustecken. Ansonsten Stromlaufplan/Sicherungen/…

Es gibt viele Glühkerzen-Vergleichstypen anderer Hersteller. Eine Liste folgt noch.

Viel Spass damit



(Keine Haftung für Fehler usw….)

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Kerzengewinde M12x1,25
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mfg
G&J.
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Murphy wußte das es den Frontera geben wird:
„Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder sonstwie unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genau so machen.“

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